Hier wird „Natur“ aus kultur- und sozialwissenschaftlichem Blickwinkel betrachtet. Dabei geht es einerseits um den Dualismus von „Natur“ und „Kultur“, um Denkmuster, Wahrnehmungsschemata und Kosmologien – bis zu erkenntnistheoretischen Folgerungen. Andererseits um die Frage, wie moderne Gesellschaften mit ökologischen Themen umgehen. Es werden drei Ansätze vorgestellt: In „Jenseits von Natur und Kultur“ zeigt der Ethnologe Philippe Descola, wie unterschiedliche Formen des Weltverstehens unser Denken, Handeln und Zusammenleben prägen. Dabei werden neue Perspektiven auf das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Gesellschaft eröffnet. Der Soziologe Bruno Latour ist Vertreter der Akteur-Netzwerk-Theorie, die eine Verbindung zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren herstellt. Er hinterfragt die Trennung von Natur und Gesellschaft und fordert einen anderen Umgang mit ökologischen Krisen. Bereits in den 80er Jahren diskutierte Niklas Luhmann die Frage, wie die Gesellschaft auf Fragen des Klima- und Artenschutzes unter den Bedingungen einer funktional differenzierten Moderne reagieren kann? Seine Studie hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.
Der Kurs ist Teil des Studium-Generale-Kurses- "Natur und Kultur", kann aber auch einzeln gebucht werden. Er wird hybrid durchgeführt, es ist sowohl Präsenz- als auch Online-Teilnahme möglich.
Kursnummer V152504