beißpony

Stephanie Müller, Laura Melis Theis

Bei beißpony stimmt die singende Nähmaschine zur Schreibmaschine ein. Piano und Gesang treffen auf die Geräuschkollagen eines Spielzeugorchesters, während das raue Schlagzeug zum Kontratanz auffordert. In Oxford entstehen Texte und Melodien und im Münchner Mediendienst Leistungshölle werden Kostüme, Videos, Soundapparate und Geräuschkompositionen entwickelt.

Kennengelernt haben sich die beiden Bandmitglieder (Künstlerin Stephanie Müller aka rag*treasure und Schriftstellerin Laura Melis Theis) 2006 im Kafe Kult – der legendären Münchner Keimzelle für Punk, Hardcore und experimentelle Musik. 2013 erschien das Debut Album BRUSH YOUR TEETH bei ChicksOnSpeed Records. Seitdem ist das Duo ständig in Bewegung. 2015 erhielten sie den Förderpreis Musik der Stadt München erhalten. Nach Auftritten in Rom und Antwerpen folgte im März 2016 eine Einladung zum SXSW Festival in Austin, Texas.

Im Herbst 2016 gründete Stephanie Müller „RagRec“, ein Label für Störsequenzen in Text, Ton und Bild. „Alligator Gozaimasu“ ist die erste Veröffentlichung auf dem hauseigenen beißpony Label – eine experimentelle Punk Platte mit Musiker*innen aus Japan, Südafrika, Brasilien und Hawaii.
Neben zahlreichen Kollaborationen, sind die beiden auch solo aktiv. Laura Melis Theis produzierte in der Zwischenzeit „Bad Ass Snowwhite“, ein Album, das unter anderem im Programm der BBC läuft. Stephanie Müller war 2017 mit ihrer singenden Nähmaschine auf Einladung des Goethe Instituts in Indonesien auf Tour und gemeinsam mit Klaus Erika Dietl komponierte sie im selben Jahr Hörspielmusik für Elfriede Jelineks Stück „Licht im Kasten“.

2018 folgte ein mehrmonatiges Stipendium in England. Im Zuge dessen haben Laura Melis Theis, Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl mit ihrem Klangmobil „Sniffing Diamonds, Cutting Glue“ den Strand unter den Asphaltplatten Birminghams freigelegt.

Im engen Austausch miteinander entstehen neben Musikkompositionen und Performances, auch Plattencover, Musikvideos und Visuals. Mit ihrem Artwork waren beißpony unter anderem bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen, im Münchner Haus der Kunst und im Frankfurter Städel Museum zu Gast.

Wenn beißpony Konzerte spielen, dann wird die Pop-.Bühne zur offenen Werkstatt. Ihre textilen Plastiken und Soundapparaturen versteht die Band als bespielbare Angriffsflächen. Mit viel Raum für Improvisation und Fehlerquellen stellen beißpony das Erzähldiktat des Popbetriebs mit Biss und Humor auf den Kopf.