Vorbestimmte Natur oder freie Wesen?

Ein indischer Blick auf die Debatte um Natürlichkeit und Kultur

In Indien entstand sehr früh das Konzept des sva-bhava (wörtlich: „Selbst-Werdung“ oder „Selbst-Sein“) das den Lebewesen eine inhärente Natur zuschrieb, die durch Kultur nur bedingt oder (im Falle der Tiere) gar nicht verändert werden kann: Der Skorpion sticht, die Katze fängt Mäuse. Hinsichtlich des Menschen glaubte man an einen sva-bhava der Geschlechter; hiernach sind Frauen und Männer fundamental verschieden, eine Theorie, die die patriarchale Geschlechterhierarchie und die Herrschaft von Alt über Jung rechtfertigte. Diesem Konzept zufolge, das in der Philosophie vorchristlicher Jahrhunderte entstand und in soziale (Kastenwesen), rechtliche und medizinische Theorien einging, hat die Kultur, vor allem aber das reflektierende Individuum – etwa durch Yoga – die Möglichkeit einer Korrektur der inhärenten, als „wild“ verstandenen Natur. Der indologische Vortrag möchte diese alte, bis heute wirkende Theorie darlegen.

Der Kurs ist beendet.
Freitag, 26.03.2021
20:00 – 21:30 Uhr
KursnummerM132885
Dozentin/DozentPD Dr. phil. habil. Renate Syed
Zeitraum/Dauer2021-03-26T20:00:0026.03.2021
OrtOnline
Gebühr 8,00 €
Einzelkarten-Preis
Anmeldung erforderlich
VeranstaltungstypOnline-Vortrag
Plätze Noch Plätze frei
Info & Beratung Telefon (089) 48006-6560 Dr. Robert Mucha