Das blaue Buch: Erich Kästners geheimes Tagebuch aus dem Zweiten Weltkrieg

Pressemitteilung der Münchner Volkshochschule vom 2.7.2018

„Der Entschluss ist gefasst. Ich werde ab heute wichtige Einzelheiten des Kriegsalltags aufzeichnen. Ich will es tun, damit ich sie nicht vergesse, und bevor sie, je nachdem wie dieser Krieg ausgehen wird, mit Absicht und auch absichtslos allgemein vergessen, verändert, gedeutet oder umgedeutet sein werden.“ (16.1.1941)
 
Nachdem Erich Kästner von den Nazis als Autor verboten worden war, führte er in den Kriegsjahren 1941, 1943 und 1945 ein geheimes Tagebuch in Kurzschrift. Dazu benutzte er ein blau eingebundenes, unbeschriftetes Buch, das er in seiner Bibliothek versteckte. In das "Blaue Buch" schrieb er nieder, was sich an der Front und in Berlin ereignete, notierte Heeresberichte und Massenexekutionen ebenso wie die Kneipenwitze über Goebbels und Hitler. Auch Kästners Ideensammlung für einen Roman über das "Dritte Reich" ist hier nachzulesen. Zugleich ist es ein erschütterndes Dokument des zunehmend von Bombenangriffen geprägten Kriegsalltags bis zur bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 und zu den ersten Nachkriegsmonaten. 

Das Blaue Buch: Erich Kästners geheime Kriegstagebücher
Lesung und Vortrag mit Herausgeber Sven Hanuschek

  • Mittwoch, 4. Juli, 19.00 Uhr
  • Bildungszentrum Einstein 28, Vortragssaal 1, Einsteinstr. 28
  • Die Offene Akademie der Münchner Volkshochschule
  • Eintritt: € 12.–  (Anmeldung erbeten bei den Anmeldestellen der Münchner Volkshochschule unter der Kursnummer G244050, Restkarten vor Ort)
  • Infos: (0 89) 4 80 06-0 oder unter www.mvhs.de/offene-akademie 

Anhand zahlreicher Auszüge stellt der Herausgeber Prof. Dr. Sven Hanuschek die neue Edition der Tagebücher im Atrium Verlag vor. Sven Hanuschek ist Professor am Institut für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

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