4.4.2017: Wortereignis – Die Reformation als Bildungsbewegung

Pressemitteilung der Münchner Volkshochschule

Martin Luther folgte bei seiner Bibelübersetzung dem Aufruf der Humanisten, sich den Originalquellen der Bibel zuzuwenden. Er verstand die Schrift als eine Ur-Kunde des Christentums, durch deren Lektüre man Gott ganz persönlich erfahren konnte. Dieser individuelle Zugang zu Gott und Heil verlangte vom Gläubigen aber ein hohes Maß an Bildung: Er musste verstehen lernen, was er da las. Mit der deutschen Übersetzung in der Lutherbibel war die Heilige Schrift dann nicht mehr nur Lateinkennern zugänglich, sondern allen Gläubigen in ihrer Volkssprache. Luther schaute dem Volk „aufs Maul“ und wirkte so an der Entwicklung der deutschen Sprache mit. Mit dem protestantischen Schriftprinzip begann eine große Bildungsbewegung, die sprachlich, theologisch und kulturell die Welt veränderte.

Wortereignis
Die Reformation als Bildungsbewegung

  • Samstag, 20. Mai 2017, 10-19 Uhr
  • Bildungszentrum Einstein 28, Einsteinstraße 28
  • Die Offene Akademie der Münchner Volkshochschule 
  • Kosten: € 15,– Tagungsgebühr (Schüler und Studierende: € 10,–)
  • Infos: (0 89) 4 80 06-62 20 oder unter www.mvhs.de/wortereignis   

Die Tagung an der Münchner Volkshochschule widmet sich dem reformatorisch geprägten Wert des Wortes und der Schrift und nimmt zugleich Persönlichkeiten in den Blick, die auf unterschiedliche Weise neben Luther an dieser Bildungsbewegung beteiligt waren: Erasmus von Rotterdam, Johann Amos Comenius sowie Philipp Melanchthon. Das abschließende Podiumsgespräch erörtert die ungewisse Zukunft der durch die Reformation vorbereiteten Sprach- und Schriftkultur und fragt, ob das Wort auch heute noch „Ereignis“ ist.

An der Tagung nehmen u.a. teil: Prof. em. Dr. Gunther Wenz (Theologe, München), Prof. Dr. Armin Nassehi (Soziologe, München), Dr. Christine Christ-von Wedel (Historikerin, Basel), Prof. Dr. Friedrich Schweitzer (Religionspädagoge, Tübingen) und Dr. Christine Mundhenk (Leiterin der Melanchthon Forschungsstelle, Heidelberg).


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