Pressemitteilung der Münchner Volkshochschule

Bachs Matthäus-Passion wird in der Karwoche von zahlreichen Chören und Orchestern häufig aufgeführt und ist uns wohlvertraut. Eine Veranstaltungsreihe der Münchner Volkshochschule ermöglicht ab Montag dreimal intensive Auseinandersetzung mit Musik, Text und Geisteswelt dieses Meisterwerks protestantischer Kirchenmusik.

Folgende Themen stehen auf dem Programm:

  • Montag, 3. April, Gasteig, Raum 0.117, 20 Uhr
    Vortrag: Hansjörg Albrecht zur Aufführung des Münchener Bach-Chores
    Die Aufführungspraxis hat sich von der Uraufführung am Karfreitag 1729 in der Thomaskirche Leipzig über Mendelssohns Wiederaufführung im März 1829 in Berlin bis heute sehr gewandelt. Hans Jörg Albrecht wird die Matthäus-Passion am 14. April mit dem Bach-Chor und -Orchester in der Philharmonie aufführen. In seiner Einführung legt er seine Auffassung des hochkomplexen wie dramatischen Oratoriums dar.
  • Dienstag, 11. April, Gasteig, Raum 3,140 18-21 Uhr
    Seminar: Letzte Taten, letzte Zeichen – Die Matthäus-Passion im Neuen Testament
    Der Tod Jesu von Nazareth wird in allen vier Evangelien auf verschiedene Weisen beschrieben und bewertet. Was passierte am Tag der Kreuzigung Jesu wirklich und warum werden die Unterschiede in den Berichten trotzdem überliefert? Diesen Fragen widmet sich das Vortragsseminar ausgehend vom Evangelium nach Matthäus mit Impulsreferaten, Textarbeit und Seitenblicken auf die berühmten Passionsvertonungen von Bach.
    Referenten: Dr. Robert Mucha, Dr. Hermann Schlüter
  • Mittwoch, 12. April, Gasteig, Raum 3.140, 18 Uhr
    Podiumsgespräch: Nach Gottes Tod – die Matthäus-Passion in der Deutung von Hans Blumenberg
    Hans Blumenberg (1920–1996) gehört zu den tiefsinnigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er vertritt die These, dass die Passionsgeschichte des christlichen Gottes heute philosophisch nicht mehr überzeugt. Ähnlich wie Bachs Musik und Passions-Interpretation versucht Blumenberg an die Botschaft dieser wirkmächtigen Geschichte zu erinnern, um ihren humanen Gehalt durch philosophische Kunst zu retten.
    Referenten: Tobias Sebastian Dreher M.A./Dr. Hermann Schlüter


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