Foto Projekt Komm rein
Foto: © Martin Jost

„Komm rein!“ – Das Startprogramm für Geflüchtete in Sprache und Alltag

Für viele Menschen, die Schutz vor Krieg, Folter und Tod suchen, ist Deutschland zunächst eine weiße Landkarte, auf der nur die Hoffnung als vages Ziel eingezeichnet ist. Worauf sich die Menschen eingelassen haben, merken sie oft erst nach ihrer Ankunft im fremden Land.

In der Erstaufnahmeeinrichtung McGraw-Kaserne können die Geflüchteten unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland mit dem offenen Bildungsangebot „Komm rein“ beginnen – und so ein realistisches Bild für ihr zukünftiges Leben in Deutschland entwickeln. Das Lehrwerk „Komm rein!“ dient dabei als Leitfaden für das Unterrichtsgespräch: Neben den ersten Alltagsdialogen erhalten die Teilnehmer viele landeskundliche Informationen über Deutschland. Bausteine zur interkulturellen Sensibilisierung ermöglichen den Perspektivwechsel im Unterrichtsgespräch: Wir lernen in der Erstaufnahme viel voneinander – wir lernen den anderen kennen. 

Teilnehmer, die selbstständig weiterlernen möchten, können in unserer abendlichen Lernwerkstatt mit den vielen kostenlosen Deutschlernportalen im Internet weiterarbeiten. Gleichzeitig lernen sie dabei, wie man selbstständig im Internet nach wichtigen Informationen recherchieren kann. Ehrenamtliche Lernbegleiter weisen die Teilnehmer in die Internetrecherche und den Umgang mit Chromebooks ein. Im begleitenden Unterrichtsgespräch wird das Medienverhalten der Teilnehmer reflektiert: Wie habe ich mich bisher über Deutschland informiert? Und wie kann ich mich zukünftig auf dem Laufenden halten? 

Unser Bildungsangebot appelliert an die Eigenverantwortung der Geflüchteten – damit sie ihr Leben in Deutschland möglichst schnell wieder selbst in die Hand nehmen können und aus der Schieflage der Abhängigkeiten und damit verbundenen Passivitäten herausgeholt werden. 

Durch die Offenheit des Projekts können wir sehr viele Geflüchtete mit unserem ersten Bildungsangebot erreichen und auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen. 

Die ehrenamtlichen Sprachbegleiter werden regelmäßig geschult: Sie lernen, welche Inhalte im Bildungsangebot für die Erstaufnahme Priorität haben und wie sie vermittelt werden können. Einen ersten Einblick in den Unterricht erhalten Sie hier: https://youtu.be/MDl-13P5H-4 (Video)

Weitere Informationen zum Projekt und zu Schulungsmöglichkeiten für Ehrenamtliche erhalten Sie direkt bei der Projektleitung: gunhild.broessler@mvhs.de