Wortereignis

Die Reformation als Bildungsbewegung

Bildausschnitt Jan van Eyck: Madonna des Kanonikus Georg van der Paele
Foto: © wikicommons
  • Samstag, 20. Mai 2017, 10-19 Uhr
    Bildungszentrum Einstein 28, Einsteinstraße 28
    Tagungsgebühr: € 15,– (Schüler und Studierende: € 10,– an der Tageskasse)


    >> Anmeldung und Details

Martin Luther folgte bei seiner Bibelübersetzung dem Aufruf der Humanisten, sich den Originalquellen der Bibel zuzuwenden. Er verstand die Schrift als eine Ur-Kunde des Christentums, durch deren Lektüre man Gott ganz persönlich erfahren konnte. Dieser individuelle Zugang zu Gott und Heil verlangte vom Gläubigen aber ein hohes Maß an Bildung: Er musste verstehen lernen, was er da las. Mit der deutschen Übersetzung in der Lutherbibel war die Heilige Schrift dann nicht mehr nur Lateinkennern zugänglich, sondern allen Gläubigen in ihrer Volkssprache. Luther schaute dem Volk „aufs Maul“ und wirkte so an der Entwicklung der deutschen Sprache mit. Mit dem protestantischen Schriftprinzip begann eine große Bildungsbewegung, die sprachlich, theologisch und kulturell die Welt veränderte.

Die Tagung an der Münchner Volkshochschule widmet sich dem reformatorisch geprägten Wert des Wortes und der Schrift und nimmt zugleich Persönlichkeiten in den Blick, die auf unterschiedliche Weise neben Luther an dieser Bildungsbewegung beteiligt waren: Erasmus von Rotterdam, Johann Amos Comenius sowie Philipp Melanchthon. Das abschließende Podiumsgespräch erörtert die ungewisse Zukunft der durch die Reformation vorbereiteten Sprach- und Schriftkultur und fragt, ob das Wort auch heute noch „Ereignis“ ist.

Tagungsprogramm

9.30–10 UhrBegrüßung
Dr. Susanne May, Programmdirektorin der Münchner Volkshochschule
10–12 UhrWortereignis
Die Reformation als Bildungsbewegung
Prof. Dr. Gunther Wenz, em. Professor für Systematische Theologie, München
12–13.30 UhrMittagspause 
13.30–16.30 UhrKurzvorträge mit anschließender Diskussion
Erasmus von Rotterdam – ein humanistischer Kosmopolit und katholischer Vordenker der Reformation
Dr. Christine Christ-von Wedel, Historikerin und Erasmus-Expertin
Johann Amos Comenius – Wie die Reformation in die Schule kam
Prof. Dr. Friedrich Schweitzer, Professor für Religionspädagogik, Tübingen
Melanchthon – Glaube und Bildung wachsen zusammen
Dr. Christine Mundhenk, Leiterin der Melanchthon-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
16.30–17 UhrPause
17–18.30 UhrIst das Wort noch Ereignis? Die Zukunft der Schriftkultur
Auf dem Podium diskutieren:
Prof. Dr. Armin Nassehi, Professor für Soziologie
Dr. Gunther Wenz, em. Professor für Systematische Theologie, München 
PD Dr. Thomas Zeilinger, Institut für Christliche Publizistik, Erlangen-Nürnberg
Moderation: Prof. Christoph Lindenmeyer, Journalist, München
19 Uhr„Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte“
Lesung aus verschiedenen Übersetzungsvarianten der Bibel mit Beate Himmelstoß