Hollywood Goes to War

Moralische Aufrüstung im Film

Plakat „Confessions of a Nazi Spy“
Foto: © Filmposter


Die Abneigung gegen Krieg saß seit dem Ersten Weltkrieg in der amerikanischen Gesellschaft tief. Doch nach Pearl Harbor wurde in Washington und Hollywood eine gewaltige Kampagne gestartet, um den GIs zu erklären, warum sie in den Krieg ziehen müssten und wofür sie kämpfen sollten. Zugleich kreisten viele Filme um die Themen Spionage und die fünfte Kolonne, Nationalsozialismus und Neuordnung sowie antifaschistischen Widerstand. Film war ein zentrales Mittel für die Mobilisierung der Gefühle.

Ort: Einstein 28, Vortragssaal 1

  • Mittwoch, 24. Oktober, 19 Uhr
    Dr. Alexander Schwarz
    Einführungsvortrag: Hollywood Goes to War 

    Top-Regisseure aus Hollywood, witzige Propaganda-Cartoons, offensiver Umgang mit heiklen Themen, ein authentisch(er)es Bild vom Krieg, Kooperation mit den Sowjets, Frauen im Krieg – und endlich eine dezidierte Haltung Hollywood gegenüber Nazi-Deutschland: Das alles war möglich, als Politik und Militär bei Kriegseintritt der USA Mobilisierungsfilme, Propaganda und Reeducation der Deutschen strategisch entwickelten. Die Hollywood-Studios schwenkten auf Anti-Nazi-Filme um und zogen alle Register, um durch moralische Aufrüstung die Nation in den Krieg zu führen. Dr. Alexander Schwarz liefert einen fundierten Einblick in eine aufregende Phase der Filmproduktion in Hollywood.
  • Mittwoch, 31. Oktober, 19 Uhr
    Confessions of a Nazi Spy (Ich war ein Spion der Nazis)
    Regie: Anatole Litvak, USA 1939, 104 Min., OF

    Ein deutscher Arzt wirbt unter den deutschstämmigen Amerikanern für die Unterstützung Hitlers und der NS-Bewegung. Ein Arbeitsloser lässt sich für Geld als Spion anwerben, aber ein Brief wird abgefangen und das FBI setzt sich auf die Fährte des Spionagerings ... Warner Brothers produzierte den ersten deutlichen Anti-Nazi-Film nach einer wahren Begebenheit eines in den USA enttarnten NS-Spionagerings.
  • Mittwoch, 14. November, 19 Uhr
    Hangmen Also Die (Auch Henker sterben)
    Regie: Fritz Lang, USA 1943, 130 Min., OF

    Der Film folgt tatsächlichen Vorkommnissen um das Attentat an dem SS- und Gestapomann Reinhard Heydrich, der das „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ mit brutaler Hand verwaltete. Als Vergeltung für den Mord durch tschechische Widerstandskämpfer sollen 400 Prager als Geiseln exekutiert werden, wenn der Attentäter nicht ausgeliefert wird. Ein Gestapospitzel gerät schließlich selbst in Verdacht. Bertolt Brecht schrieb für diesen Film sein einziges Hollywood-Drehbuch, das von Fritz Lang realisiert und mit Musik von Hanns Eisler inszeniert wurde.

  • Mittwoch, 28. November, 19 Uhr
    The Seventh Cross (Das siebte Kreuz)
    Regie: Fred Zinnemann, USA 1944, 112 Min., OF

    Die spannende Verfilmung des Romans von Anna Seghers über die Odyssee eines aus einem KZ Geflohenen (Spencer Tracy) durch Deutschland. Kaum jemand wagt es, ihn zu verstecken. Doch dann helfen ihm spontan ein alter Freund und andere mutige Menschen unter Lebensgefahr, und er bekommt Kontakt zu einer Widerstandsgruppe. Durch die unsentimentale, gut informierte Darstellung konnte der Film in den USA zu einer differenzierteren Haltung gegenüber Deutschland beitragen.

Die Veranstaltungen sind als Reihe (€ 28.–) oder einzeln (€ 7.– je Termin vor Ort) buchbar.

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