Donnerstags-Kolleg: Der Mörder ist nicht immer der Gärtner

Der Kriminalroman zwischen Realität und Fiktion

Grafik Sherlock Holmes
Bilder: © pixabay


Kriminalliteratur ist ein hybrides Genre: es setzt sich meist aus den Elementen des Verbrechens, der spannungsgeladenen Suche nach dem Täter, der Problematik von Schuld oder der mit der Erinnerungsthematik verknüpften Rekonstruktion von Tathergängen zusammen.
Ob ein Mord in Tokio oder am Tegernsee begangen und durch junge Ermittler oder alte Detektivinnen gelöst wird – immer stellt sich auch die Frage, inwieweit sich die Realität in der Handlung des Kriminalromans widerspiegelt.
Diese Vortragsreihe möchte der Popularität des Genres auf den Grund gehen und auf interdisziplinären Wegen seinen vielfältigsten Erscheinungsformen und kulturellen Hintergründen nachspüren.

In Kooperation mit dem Zentrum Seniorenstudium der Ludwig-Maximilians-Universität München.

  • Einstein 28
  • Bildungszentrum, Einsteinstr. 28
  • € 10.–, Restkarten vor Ort


Veranstaltungsprogramm

  • Donnerstag, 04.05.2017, 11.15 – 12.45 Uhr
    Rechtsmedizin zwischen Realität und Fiktion
    Matthias Graw, Vorstand des Instituts für Rechtsmedizin an der Ludwigs-Maximilians-Universität, stellt in seinem Vortrag das breite Spektrum seiner Arbeit vor. Anhand exemplarisch ausgewählter Passagen aus Kriminalromanen kommentiert er die darin beschriebene Vorgehensweise aus fachlicher Sicht eines Forensikers.
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  • Donnerstag, 11.05.2017, 11.15 – 12.45 Uhr
    Heimat - Morde - Traditionen
    Was gibt es Gemütlicheres, als zuhause mit einem packenden Krimi in einem Sessel zu sitzen und die Welt draußen zu vergessen? Warum verschafft uns die Kombination aus Heimat und Mordgeschichten ein solches Behagen? Nach einer kurzen Einführung in das Thema haben Sie die Gelegenheit, gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Johanna Büchel, der Journalistin und Krimiautorin Jessica Kremser und dem Autor und Mitglied der Jury des Grimme-Preises Martin Calsow der Frage nachzuspüren, wieso uns die Vorliebe mancher Ermittler und Ermittlerinnen, z. B. für Lachslasagne, so sympathisch ist, oder warum wir es mögen, wenn eine Geschichte von einem Mord in einer Gegend erzählt, in die wir besonders gern zum Wandern gehen.
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  • Donnerstag, 01.06.2017, 11.15 – 12.45 Uhr
    „Alter Schwede!“ Literarische Altersbilder im Kriminalroman
    Die Zeiten, in denen 'alte Jungfern' wie Miss Marple oder bereits pensionierte Kriminalisten wie Hercule Poirot über Jahrzehnte hinweg ohne jeden weiteren Alterungsprozess ihren Ermittlungen nachgingen, sind vorbei. Schon seit einigen Jahren wird auch der Kriminalroman dazu benutzt, realistischere literarische Altersfiguren und Altersbilder zu zeichnen.
    Neben alternden Schweden und Schotten als Hauptfiguren wie Henning Mankells Kommissar Wallander und Ian Rankins Inspektor John Rebus werden auch relevante deutschsprachige Kriminalromane näher betrachtet – u.a. gerade dann, wenn ihre Autoren die Ermittlungen ins Seniorenheim verlegen.
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  • Donnerstag, 22.06.2017, 11.15 – 12.45 Uhr
    Im Dickicht der Megacity Tokio: Geschichte, Genres und Themen der Kriminalliteratur Japans
    In Japan erfreut sich die Kriminalliteratur großer Beliebtheit und literarischer Anerkennung. Ihr haftet der Ruf an, besonders oppositionell zu sein und die Schattenseiten der japanischen Gesellschaft zu beleuchten. In dem Vortrag wird die Japanologin Evelyn Schulz vom Japan-Zentrum der Ludwigs-Maximilians-Universität die Entstehungsgeschichte der japanischen Kriminalliteratur aufzeigen und anhand repräsentativer Werke die Abgrenzung des Genres zu anderen Gattungen im Hinblick auf die Darstellbarkeit von gesellschaftlichen Widersprüchen und Kriminalität verdeutlichen. In Japan wird zudem das Krimi-Genre stark von Frauen bestimmt, was die Frage aufwirft, ob es eine spezifisch weibliche Kriminalliteratur gibt.
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Grafik "Blood"