Verschwindet die Handschrift?

Ausblicke auf die Zukunft einer Kulturtechnik

Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzen inzwischen Geräte mit Touchscreens. Viele von ihnen können wesentlich schneller und besser tippen als schreiben. In Finnland und weiten Teilen der USA müssen Schüler ab 2016 sogar gar keine Schreibschrift mehr lernen. Und auch in Deutschland kann in einigen Bundesländern an den Grundschulen die sogenannte Grundschrift, eine Variante der Druckschrift, gelehrt werden. Gleichzeitig boomen Kalligrafie- und Schönschriftkurse und in Umfragen zeigt sich, dass die Handschrift in Deutschland als Ausdruck von Authentizität, Individualität und Kreativität zutiefst wertgeschätzt wird - auch bei den sogenannten Digital Natives.
Wird die Handschrift im digitalen Zeitalter überflüssig? Verlieren wir einen Teil unserer kulturellen Identität, wenn wir sie aufgeben? Was bedeutet es für die motorische und kognitive Entwicklung unserer Kinder, wenn sie sie nicht mehr erlernen?

16.00 Uhr bis 18.00 Uhr: Vorträge und anschließendes Podiumsgespräch
Hand und Hirn
Neurowissenschaftliche Aspekte von Schrifterwerb und Schriftgebrauch
Dr. Marie-Luise Brandi, Max-Planck-Institut für Psychiatrie

Handschrift ist Lernschrift - Geschichte und Bedeutung der Praxis von Schrifterwerb und Schriftgebrauch in den Schulen
Ute Andresen, Allianz für die Handschrift, München

Dichter-Handschriften
Literarische Zeugen einer bedrohten Kulturtechnik
Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia, Literaturarchiv der Stadt München

Moderation: Dr. Susanne May, Münchner Volkshochschule

18.30 Uhr: Lesung und Gespräch mit dem Münchner Schriftsteller Rudolf Herfurtner
Rudolf Herfurtner schreibt seine Bücher grundsätzlich mit der Hand und tippt sie anschließend in den Computer. Er wird aus seinem neuen Buch "Magdalena Himmelstürmerin" lesen und das handgeschriebene Manuskript präsentieren.

Moderation: Madeleine Willing, Münchner Volkshochschule
Kursnummer D244600
Dozentin/Dozent Ute Andresen
Zeitraum/Dauer 2016-10-22T16:00:00sa 16.00 Uhr 22.10.2016
Ort MünchenGasteig, Rosenheimer Str. 5
Gebühr
JVHS-Gebühr 8,00 €

Schüler/Studierende € 8.- (nur Abendkasse) Eintritt frei für Schulklassen (Anmeldung unter Telefon 089/48006-6174)
Veranstaltungstyp Tagung
Plätze noch genügend Plätze frei
Barrierefreiheit Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei. (Ggf. Einschränkungen vor Ort)
MVHS-Card Auch mit MVHS-Card
Info & Beratung Telefon (089) 48 00 6-6174